Wirksamkeit der Gegenwartszentrierten Therapie bei PTBS – eine Metanalyse

Frost, N. D., Laska, K. M. & Wampold, B. E. (2014). The evidence for present-centered therapy as a treatment for posttraumatic stress disorder. Journal of Traumatic Stress, 27 (1), 1573-6598, doi: 10.1002/jts.21881

Ist die sogenannte Gegenwartszentrierte Therapie (present-centered therapy) in der Behandlung von PTBS wirksam? Dieser Frage ging diese Metaanalyse nach. Ziel der Gegenwartszentrierten Therapie bei PTBS ist es, maladaptive verhaltensbezogene Muster und Verhaltensweisen zu verändern. Weitere wichtige Bausteine sind Psychoedukation hinsichtlich der Auswirkungen des Traumas auf das derzeitige Leben der PatientInnen sowie das Erlernen von Problemlösestrategien.

In der Metastudie wurden fünf randomisierte klinische Studien analysiert, die Gegenwartszentrierte Therapie mit evidenzbasierter Therapie wie Kognitive Verhaltenstherapie bei PTBS verglichen haben. In drei von fünf Studien war Gegenwartszentrierte Therapie gleich effizient wie die evidenzbasierte Therapie. In zwei Studien, bei der mit StudienteilnehmerInnen verglichen wurde, die keine Behandlung erhielten, schnitt Gegenwartszentrierte Therapie eindeutig besser ab. In der Metaanalyse bestanden keine signifikanten Unterschiede über allen fünf Studien hinweg zwischen Gegenwartszentrierter Therapie und den evidenzbasierten Therapien. Gegenwartszentrierte Therapie wies aber insgesamt signifikant weniger Dropout- bzw. Ausstiegsraten aus der Behandlung auf. DeG

Den Studienautoren zufolge scheint Gegenwartszentrierte Therapie eine effektive und zulässige Behandlungsform bei Menschen mit PTBS zu sein. Sie sollte daher als nützliche Therapie bei den bislang anerkannten evidenzbasierten Therapien berücksichtigt werden. Darüberhinaus plädieren die Forscher dafür, die Gegenwartszentrierte Therapie als First-Line-Behandlung in Betracht zu ziehen: Die Metanalyse zeigte nämlich, dass sie gleichsam wirksam wie andere Therapiemethoden ist. Zudem scheint sie von PatientInnen besser angenommen zu werden, was sich in niedrigeren Dropout-Raten widerspiegelte.