Integrated exposure-based therapy for co-occurring posttraumatic stress disorder and substance dependence: A randomized controlled trial

Mills, K. L., Teesson, M., Back, S. E., Brad, K. T., Baker., A. L., Hopwood, S., Sannibale, C., Barrett, E. L., Merz, S., Rosenfeld, J., & Ewer, P. L. (2012). JAMA, 308, 690-699. doi: 10.1001/jama.2012.9071

Mills et al. (2012) erforschten erstmals, ob bei Personen mit PTBS und Substanzabhängigkeit eine integrierte Behandlung mit Traumaexposition wirksamer als klassische bzw. gängige Suchtbehandlung ist. Bislang ist man davon ausgegangen, dass Traumaexposition bei Kognitiver Verhaltenstherapie bei Personen mit PTBS und gleichzeitiger Substanzabhängigkeit erhöhtes Sucht-Rückfallrisiko bedeuten würde. 

103 PatientInnen (63% waren Frauen) mit PTBS und akuter Substanzabhängigkeit nahmen an der randomisierten Kontrollgruppenstudie teil. Die Vergleichsgruppe (n = 48) erhielt gängige stationäre und/oder ambulante Suchttherapie, die Behandlungsgruppe (n = 55) eine Kombination von Suchttherapie und einer integrativen Therapie für PTBS und Substanzabhängigkeit (mit bis zu sechs Sitzungen Traumaexposition). 75% aller StudienteilnehmerInnen (n = 77) beantworteten neun Monate nach Therapieabschluss die Clinician-Administered PTSD Scale und das Composite International Diagnostic Interview (CIDI; DSM-IV-Kriterien). 

Bei der Behandlungsgruppe zeigte sich eine signifikant deutllichere Symptomreduktion. Hinsichtlich der Traumaexposition wurden keine unerwünschten Effekte oder Nebenwirkungen festgestellt. Allerdings sollten die PatientInnen vor der Traumaexposition eine ausreichende Stabilisierung der Substanzabhängigkeit erreichen und alternative Bewältigungsstrategien erlernen. 

Den Studienergebnissen zufolge sind integrierte expositionsbasierte Therapieansätze bei Personen mit PTBS und Substanzabhängigkeit wirksam und können (eine gewisse Stabilisierung vorausgesetzt) trotz aktueller Abhängigkeit sicher eingesetzt werden. TraumatherapeutInnen können also dazu ermutigt werden, diese Ansätze in der Praxis anzuwenden.