Konfirmatorische Faktorenanalyse der PTBS-Symptome

Marshall, G. N., Schell, T. L., & Miles, J. N. V. (2013). A multi-sample confirmatory factor analysis of PTSD symptoms. What exactly Is wrong with the DSM-IV structure? Clinical Psychology Review, 33, 54-66. doi: 10.1016/j.cpr.2012.10.004

Im DSM-IV werden die Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) unter 3 Symptombereiche bzw. Cluster subsumiert: 1. Wiedererleben, 2. Anhaltendes Vermeidungsverhalten / Abflachung der allgemeinen Reagibilität (emotionale Taubheit) und 3. erhöhte Erregung (Hyperarousal). Diese Einteilung ist auch auf Kritik gestoßen. Daneben existieren zwei alternative Modelle, die jeweils 4 Symptombereiche vorschlagen. Im „Numbing“-Modell werden Symptome der emotionalen Taubheit von der Vermeidung getrennt klassifiziert. Im „Dysphoria“-Modell werden mehrere Symptome der emotionalen Taubheit und der erhöhten Erregnung in einem Faktor, der für generellen psychologischen (negativen) Stress steht, integriert. Für das DSM-V ist derzeit eine Erweiterung zu 4 Symptombereichen geplant: 1. Intrusive Symptome (Wiedererleben), 2. Vermeidung, 3. Negative Kognitionen und Stimmung und 4. Arousal / Reaktivität. Somit würden Vermeidung und emotionale Taubheit kein gemeinsames Cluster mehr bilden.

Marshall et al. haben insgesamt 29 Datensätze hinsichtlich der verschiedenen Modelle überprüft. Dabei konnte das derzeitige DSM-IV-Modell unter Berücksichtigung von Reihenfolgen-Effekten am besten bestätigt werden und stimmte am ehesten mit den analysierten Daten überein.

Die Kritik am bisherigen DSM-IV-Modell der PTBS dürfte primär auf einem methodologischen Artefakt beruhen. Marshall et al. sprechen sich aufgrund ihrer Ergebnisse gegen die geplante provisorische DSM-V-Änderung zu 4 Symptombereichen bei PTBS aus.