European Journal of Psychotraumatology (EJPT) - Deutsche Abstracts

Im Folgenden stellen wir Ihnen deutsche Übersetzungen für ausgewählte Abstracts zur Verfügung:

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Ref.: Ms. Nr. ZEPT-2018-0095R2 

Trauma- und Traumabehandlung in Europa 

European Journal of Psychotraumatology

Schäfer, Hopchet, Vandamme et al.

Die europäischen Länder haben eine lange Geschichte, wenn es um den Kontakt mit massiven Traumatisierungen geht. Anfang der 90er Jahre führte das zunehmende Bewusstsein für die Folgen von Traumata in der Gemeinschaft für psychische Gesundheit zur Gründung lokaler Gesellschaften für Psychotraumatologie in ganz Europa und der European Society of Traumatic Stress Studies (ESTSS), die 2018 ihr 25-jähriges Bestehen feierte. Der Schwerpunkt dieses Artikels liegt auf der Beschreibung des aktuellen Standes der Versorgung von Traumaüberlebenden in den 15 europäischen Ländern, in denen ESTSS-Mitgliedsgesellschaften gegründet wurden. Auf kurze Beschreibungen der historischen traumatischen Lasten in den einzelnen Ländern folgt ein Überblick über das Versorgungssystem für Traumaüberlebende in den Ländern, state-of-the-art Interventionen, aktuelle Herausforderungen bei der Betreuung von Traumaüberlebenden und über Themen, die in Zukunft am dringendsten aufgegriffen werden müssen. Die Berichte aus den verschiedenen Ländern zeigen, wie in Europa wichtige Schritte in Bezug auf eine bessere Versorgung von Überlebenden von Traumata gemacht wurden. Angesichts der kulturellen und wirtschaftlichen Vielfalt des Kontinents gibt es auch Unterschiede zwischen den europäischen Ländern, zum Beispiel bei der Anwendung evidenzbasierter Behandlungen. Strategien zur Überwindung dieser Unterschiede, wie das neuen ESTSS-Ausbildungscurriculum für Leistungserbringer in ganz Europa, werden kurz diskutiert. 

Schlüsselwörter: Psychotraumatologie, Geschichte, ESTSS, Europa, Trauma, Behandlung, Versorgung, Therapie, 

Original:

Trauma and trauma care in Europe

Schäfer, Hopchet, Vandamme et al.

Ref.: Ms. Nr. ZEPT-2018-0095R2 

The European countries have a long history of exposure to large scale trauma. In the early 1990s the increasing awareness of the consequences of trauma within the mental health community led to the foundation of local societies for psychotraumatology across Europe and the European Society of Traumatic Stress Studies (ESTSS), which celebrated its 25th anniversary in 2018. The focus of this article is to describe the current state of care for survivors of trauma in the 15 European countries where ESTSS member societies have been established. Brief descriptions on the historical burden of trauma in each country are followed by an overview of the care system for trauma survivors in the countries, the state-of-the-art of interventions, current challenges in caring for survivors, and the topics that need to be most urgently addressed in the future. The reports from the different countries demonstrate how important steps towards a better provision of care for survivors of trauma 
have been made in Europe. Given the cultural and economic diversity of the continent, there are also differences between the European countries, for instance with regard to the use of evidence-based treatments. Strategies to overcome these differences, like the new ESTSS training curricula for care-providers across Europe, are briefly discussed. 

Keywords: Psychotraumatology, history, ESTSS, Europe, trauma, treatment, care, therapy 


Übersetzung:

Hier gelangen Sie zum Artikelhttps://doi.org/10.1080/20008198.2018.1512264

Prüfung des ICD-11-Vorschlags für komplexe PTBS bei traumatisierten Erwachsenen: Faktorenstruktur und Symptomprofile 

European Journal of Psychotraumatology

Maria Böttche, Thomas Ehring, Antje Krüger-Gottschalk, Heinrich Rau, Ingo Schäfer, Julia Schellong, Anne Dyer & Christine Knaevelsrud (2018) 

Hintergrund: Die vorgeschlagenen ICD-11-Kriterien für Trauma- und Stress-Störungen definieren die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und die komplexe posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) als separate Störungen. Die Ergebnisse früherer Studien belegen die Validität dieses Konzepts. Aufgrund von Einschränkungen in bestehenden Studien (z.B. Homogenität der Proben) zielte die vorliegende Studie jedoch darauf ab, die Konstruktvalidität und Faktorstruktur der kPTBS und deren Unterscheidung zur PTBS anhand einer heterogenen, traumatisierten Stichprobe zu testen. Methode: Konfirmatorische Faktoranalysen (CFA) wurden durchgeführt, um die Faktorstruktur der vorgeschlagenen ICD-11 kPTBS-Diagnose in einer Stichprobe von 341 traumatisierten Erwachsenen zu untersuchen (n = 191 Frauen, M = 37.42 Jahre, SD = 12.04). In einem nächsten Schritt wurden latente Profilanalysen (LPAs) genutzt, um vorherrschende Symptomprofile von kPTBS-Symptomen zu evaluieren. Ergebnisse: Die Ergebnisse der CFA zeigten, dass eine Sechs-Faktor-Struktur am besten zu den Daten passt(d.h. Symptome von Intrusion, Vermeidung, Übererregung und Symptome einer Affektregulationsstörung, negatives Selbstkonzeptes und interpersoneller Probleme). Die Resultate der LPA zeigen, dass eine Vier-Klassen-Lösung die Daten optimal charakterisiert. Die Klasse 1 repräsentiert dabei Symptome einer moderaten PTBS und niedrige Symptome in den spezifischen kPTBS-Clustern (PTBS-Gruppe, 30.4%). Klasse 2 zeigte in allen sechs Clustern eine geringe Symptomstärke (niedrige Symptomgruppe, 24.1%). Die Klassen 3 und 4 wiesen beide kPTBS-Symptome auf, unterschieden sich jedoch hinsichtlich der Symptomschwere (Klasse 3: kPTBS, 34.9% und Klasse 4: schwere kPTBS, 10.6%). Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse replizieren frühere Studien, die die vorgeschlagene Faktorstruktur der kPTBS im ICD-11 unterstützen. Zusätzlich unterstützen die Ergebnisse die Validität und Nützlichkeit der Konzeptualisierung von PTBS und kPTBS als eigenständige psychische Störungen. 

Stichworte: komplexe posttraumatische Belastungsstörung, CFA, LPA, Symptomprofil, Faktorstruktur, Erwachsene, ICD-11 

 

Original:

https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1512264

Testing the ICD-11 proposal for complex PTSD in trauma-exposed adults: Factor structure and symptom profiles

European Journal of Psychotraumatology

Background: The proposed ICD-11 criteria for trauma-related disorders define posttraumatic stress disorder (PTSD) and complex posttraumatic stress disorder (cPTSD) as separate disorders. Results of previous studies support the validity of this concept. However, due to limitations of existing studies (e.g. homogeneity of the samples), the present study aimed to test the construct validity and factor structure of cPTSD and its distinction from PTSD using a heterogeneous trauma-exposed sample.

Method: Confirmatory factor analyses (CFAs) were conducted to explore the factor structure of the proposed ICD-11 cPTSD diagnosis in a sample of 341 trauma-exposed adults (n = 191 female, M = 37.42 years, SD = 12.04). In a next step, latent profile analyses (LPAs) were employed to evaluate predominant symptom profiles of cPTSD symptoms.

Results: The results of the CFA showed that a six-factor structure (i.e. symptoms of intrusion, avoidance, hyperarousal and symptoms of affective dysregulation, negative self-concept, and interpersonal problems) fits the data best. According to LPA, a four-class solution optimally characterizes the data. Class 1 represents moderate PTSD and low symptoms in the specific cPTSD clusters (PTSD group, 30.4%). Class 2 showed low symptom severity in all six clusters (low symptoms group, 24.1%). Classes 3 and 4 both exhibited cPTSD symptoms, but differed with respect to the symptom severity (Class 3: cPTSD, 34.9% and Class 4: severe cPTSD, 10.6%).

Conclusions: The findings replicate previous studies supporting the proposed factor structure of cPTSD in ICD-11. Additionally, the results support the validity and usefulness of conceptualizing PTSD and cPTSD as discrete mental disorders.

Keywords: complex posttraumatic stress disorder, CFA, LPA, symptom profile, factor structure, adults, ICD-11


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Hier gelangen Sie zum Artikelhttps://doi.org/10.1080/20008198.2018.1492834

Der Übergang zur Elternschaft vor einem Traumahintergrund: Ein Literatur-Review über die Erfahrungen werdender und neuer Eltern, die Missbrauch und Misshandlung ausgesetzt waren.

European Journal of Psychotraumatology

Hope Christie, Anat Talmon, Sarah Katharina Schäfer, Anke de Haan, Maria Louison Vang, Katharina Haag, Ohad Gilbar, Eva Alisic & Erin Brown (2017) 

Hintergrund: Eltern sein, wird als einer der wichtigsten Übergänge im Leben angesehen. Missbrauch und Misshandlung in der Kindheit kann jedoch die Anpassung an die Elternschaft beeinflussen. Ziel: Das Ziel dieses Reviews war es, die aktuelle Literatur hinsichtlich ihrer Evidenzbasierung zusammenzufassen, um die Erfahrungen von potenziellen und neuen Eltern mit einer Geschichte von Missbrauch und Misshandlung beim Übergang zur Elternschaft (Schwangerschaft bis zwei Jahre nach der Geburt) besser zu verstehen. Methode: Die Literatursuche wurde unter Verwendung der folgenden Online-Datenbanken durchgeführt: PubMED, PsycInfo, PsycNet und veröffentlichte internationale Literatur über traumatischen Stress. Ergebnisse: Die Ergebnisse wurden in einem theoretischen Rahmen hinsichtlich vier Komponenten zusammengefasst, der die psychische Gesundheit der Eltern, körperliche Veränderungen, die elterliche Sichtweise auf das Kind und die Sichtweise des Selbst als Elternteil beinhaltete. 69 Arbeiten, mit insgesamt 181.537 Studienteilnehmern (30.482 Mütter und 235 Väter mit Misshandlungsgeschichten), untersuchten den Übergang zur Elternschaft. Die Mehrzahl der Studien zeigte, dass Eltern mit einer Misshandlungsgeschichte beim Übergang zur Elternschaft an einer Reihe von psychischen Gesundheitsproblemen leiden können und mehr negative körperliche Veränderungen erfahren und mehr negative Ansichten über ihr Kind / ihre Kinder haben. Sie berichteten jedoch sowohl positive als auch negative Erfahrungen hinsichtlich ihrer Identität als Elternteil. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse legen nahe, dass Misshandlungen in der Kindheit ein Risikofaktor für einen schwierigeren Übergang zur Elternschaft sind.  Die Erfahrungen von Vätern mit Misshandlungshintergrund brauchen mehr Aufmerksamkeit, ebenso wie die Erfahrungen von Eltern in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Zukünftige Untersuchungen sollten Prädiktoren für positive Erfahrungen und die Entwicklung früher Interventionen miteinbeziehen, um die Ergebnisse für diese Population zu verbessern. 

Schlüsselwörter: negative Kindheitserfahrungen; Missbrauch, Misshandlung in der Kindheit;Vaterschaft; Mutterschaft; Elternschaft, Schwangerschaft

 

Original:

https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1492834

The Transition to Parenthood Following a History of Childhood Maltreatment: A Review of the Literature on Prospective and New Parents' Experiences European Journal of Psychotraumatology

Hope Christie, Anat Talmon, Sarah Katharina Schäfer, Anke de Haan, Maria Louison Vang, Katharina Haag, Ohad Gilbar, Eva Alisic & Erin Brown (2017) 

Background: Becoming a parent is viewed as one of the most important transitions in one's life. However, a history of childhood maltreatment may affect the adjustment to parenthood. Objective: The objective of this review was to synthesize the current evidence base to further our understanding of prospective and new parents' experiences in the transition to parenthood (pregnancy to two years post-birth), in the context of having a childhood maltreatment history. Method: A scoping review of the literature was conducted using the following online databases: PubMED, PsycInfo, PsycNet, and Published International Literature of Traumatic Stress. Results: The findings were synthesized into a four-component theoretical framework, which included mental health of the parent, physical changes, parental view of the child, and view of the self as a parent. A total of 69 papers, including 181,537 participants (30,482 mothers and 235 fathers with maltreatment histories), investigated the transition into parenthood. The majority of the studies showed parents with a maltreatment history may suffer from a range of mental health problems during the transition to parenthood, experience more negative physical changes, and have more negative views of their child(ren). However, they reported both positive and negative experiences regarding their identity as a parent. Conclusions: The findings suggest that maltreatment is a risk factor for a more challenging transition to parenthood. Experiences of fathers with maltreatment histories merit more attention, as do parents in low- and middle-income countries. Future directions should include predictors of positive experiences and development of early interventions to improve outcomes for this population.

Keywords: adverse childhood experiences; childhood abuse; fatherhood; motherhood; parenting, pregnancy


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Hier gelangen Sie zum Artikel: https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1503522

Prolongierte Trauersymptomatik nach gewaltsamen Verlust: Die vermittelnde Rolle von Sinnhaftigkeit

European Journal of Psychotraumatology 

Evgenia Milman, Robert A. Neimeyer, Marilyn Fitzpatrick, Christopher J. MacKinnon, Krista R. Muis & S. Robin Cohen

Hintergrund: Die prolongierte Trauerstörung (PGD) ist überrepräsentiert in Personengruppen, die ihre Angehörigen durch Gewalt verloren haben. Um die PGD-Interventionen auf diese vulnerable Personengruppe zuzuschneiden, ist es wichtig, die Ätiologie der PGD speziell im Zusammenhang mit gewaltsamen Todesfällen zu untersuchen. Frühere Studien haben angenommen, dass ein gewaltsamer Verlust die Symptome der PGD erhöht, da hier die Fähigkeit des Trauernden behindert wird, die Sinnhaftigkeit des Todes oder seiner Folgen zu erkennen. Diese Studien stützen sich jedoch auf Querschnittsdaten, die eine echte Vorhersage nicht zulassen und nicht nach bestimmten Bereichen von Sinnhaftigkeit differenzieren. Ziel: Das Ziel der Studie war es, spezifische Bereiche von Sinnhaftigkeit zu identifizieren, die die nachteiligen Auswirkungen eines gewaltsamen Verlustes auf die spätere Entstehung der PGD-Symptomatik bei den Hinterbliebenen beeinflussen. Methode: Ein longitudinales, prospektives Design (N = 171) wurde verwendet, um gewaltsamen Verlust und Bereiche der Sinnhaftigkeit im Durchschnitt 6 Monate nach dem Verlust zu bestimmen, was eine Vorhersage von PGD-Symptomen im Durchschnitt 8 Monate später ermöglichte. Ergebnisse: Ein gewaltsamer Verlust hatte einen signifikanten indirekten Effekt auf die Symptomatik der PDG, wenn Bereiche der Sinnhaftigkeit, die auf ein Gefühl des Friedens und anhaltende Bindungen konzentrierten, als Mediatoren dienten. Schlussfolgerungen: Die Studie zeigt die vermittelnde Rolle, die spezifische Bereiche der Sinnhaftigkeit bei der Entwicklung der PGD-Symptomatik nach einem gewaltsamen Verlust spielen. Diese Ergebnisse verdeutlichen den potenziellen Nutzen eines Interventionsansatzes in Hinblick auf Sinnhaftigkeit bei den Hinterbliebenen.

Schlüsselwörter: Prolongierte Trauerstörung; Mediation von Trauer; Bildung von Sinnhaftigkeit; gewaltsamer Tod; Selbstmord; Verlust

 

Original:

https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1503522

Prolonged Grief Symptomatology Following Violent Loss: The Mediating Role of Meaning

Evgenia Milman, Robert A. Neimeyer, Marilyn Fitzpatrick, Christopher J. MacKinnon, Krista R. Muis & S. Robin Cohen

BACKGROUND: Prolonged Grief Disorder (PGD) is over-represented among those who have lost loved ones to violent causes. To tailor PGD interventions for this vulnerable population it is critical to examine the etiology of PGD specifically in the context of violent death bereavement. Previous studies have suggested that violent loss increases symptoms of PGD by hindering the mourner's ability to make meaning of the death or its aftermath. However, these studies have relied on cross sectional data that preclude genuine prediction and have not differentiated among specific themes of meaning. OBJECTIVE: This study aimed to identify specific themes of meaning that mediate the detrimental impact of violent loss on subsequent emergence of PGD symptomatology among the violently bereft. METHOD: A longitudinal, prospective design (N = 171) was used to assess violent loss and themes of meaning an average of 6 months post-loss allowing for prediction of PGD symptoms an average of 8 months later. RESULTS: Violent loss had a significant indirect effect on PGD symptomatology when meaning themes focusing on sense of peace and continuing bonds served as mediators. CONCLUSIONS: The study demonstrates the mediating role that specific meaning themes play in the development of PGD symptomatology following violent loss. These findings highlight the potential benefits of applying a meaning-based intervention approach with the violently bereft.

Keywords: prolonged grief disorder; mediation of bereavement outcome; meaning making; violent death; Suicide; loss

Published online: 14 Aug 2018


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Hier gelangen Sie zum Artikel: https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1495980

Entwicklung einer Gruppenintervention für Emotions- und Gedächtnisverarbeitung für PTBS mit komplexen Merkmalen: Eine Gruppen-Fallserie mit Überlebenden wiederholter zwischenmenschlicher Traumatisierung

Georgina Clifford, Richard Meiser-Stedman, Rebecca D. Johnson, Caitlin Hitchcock & Tim Dalgleish

European Journal of Psychotraumatology 

Personen, die wiederholte zwischenmenschliche Traumatisierung erleben, zeigen oft eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) mit komplexeren Merkmalen. Es besteht derzeit kein Konsens darüber, ob die derzeitigen evidenzbasierten Interventionen für PTBS auf diese komplexen Merkmale zugeschnitten werden müssen. Es wird jedoch empfohlen, einen phasenbasierten oder sequenzierten Ansatz zu wählen, der drei Phasen beinhaltet, jede mit einer bestimmten Funktion. Dieser Beitrag beschreibt die Entwicklung eines 12-teiligen Gruppenprogramms für Emotions- und Gedächtnisverarbeitung, das anhand des phasenbasierten Behandlungsprotokolls von Cloitre (Skills Training in Affective and Interpersonal Regulation, STAIR) adaptiert wurde. Eine Fallserie liefert eine erste Prüfung der Wirksamkeit der gruppenbasierten Intervention für drei Gruppen von Frauen  (N = 15; 19 - 46 Jahre)  mit wiederholter zwischenmenschlicher Traumatisierung und PTBS mit komplexen Merkmalen im Haven Sexual Assault Referral Centre in London. Ergebnisse 

zeigten erhebliche Reduktionen bei: PTBS, komplexen Merkmalen von PTBS, und Depressionen, zusammen mit Verbesserungen in Bezug auf maladaptiven Kognitionen und Emotionsverarbeitung. Die Ergebnisse dieser Fallserie zeigen, dass ein Gruppenprogramm für Emotions- und Gedächtnisverarbeitung für die Behandlung von Personen mit zwischenmenschlichen Traumatisierungen im ambulanten Bereich vielversprechend ist. Ebenso liefern sie den Beleg, der die Durchführung einer Machbarkeitsstudie rechtfertigt.   

Schlüsselwörter: Posttraumatische Belastungsstörung; PTBS; Komplexe PTBS; kPTBS; Emotionsregulation; Traumafokussierte Therapie; Gruppentherapie; Gruppen-Fallserie 

 

Original:

https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1495980

Developing an Emotion- and Memory-Processing Group Intervention for PTSD with Complex Features: A Group Case Series with survivors of repeated interpersonal trauma

Georgina Clifford, Richard Meiser-Stedman, Rebecca D. Johnson, Caitlin Hitchcock & Tim Dalgleish

Individuals who experience repeated interpersonal trauma exposure often present with posttraumatic stress disorder (PTSD) with more complex features. There is currently no consensus regarding whether current evidence-based interventions for PTSD need to be tailored to better account for these complex features. However, one recommended adaptation is to adopt a phase-based or sequenced approach involving three phases, each with a distinct function. This paper describes the development of a 12-session Emotion- and Memory-Processing Group Programme, adapted from Cloitre's Skills Training in Affective and Interpersonal Regulation (STAIR) phase-based treatment protocol. A single case series provided a preliminary examination of the group-based intervention's efficacy for three groups of women with a history of repeated interpersonal trauma and PTSD with complex features (N = 15; ages 19 years-46 years) at the Haven Sexual Assault Referral Centre in London. Results revealed
significant reductions in: PTSD, complex features of PTSD, and depression, along with improvements in process measures of maladaptive cognitions and emotion processing. Results from this case series demonstrate that an Emotion- and Memory-Processing Group Programme holds promise for treating individuals with a history of interpersonal trauma in outpatient settings, and provides evidence to warrant the completion of a feasibility trial.

Keywords: Post Traumatic Stress Disorder; PTSD; Complex PTSD; CPTSD; Emotion regulation; Trauma-Focused Therapy; Group Therapy; Group Case Series

Published online: 30 Jul 2018


Übersetzung:

Hier gelangen Sie zum Artikel:https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1500823

Kinder und Naturkatastrophen 

European Journal of Psychotraumatology 

Atle Dyregrov, William Yule & Miranda Olff

Die Zahl der Kinder, die jedes Jahr von Naturkatastrophen betroffen sind, ist alarmierend hoch und es ist zu erwarten, dass sie im Zuge des Klimawandels steigen werden. Die psychischen Folgen wurden nicht nur anhand von Wahrscheinlichkeiten von posttraumatischen Belastungssymptomen (PTSS) und der PTBS dokumentiert, sondern auch von Depressionen und anderen psychischen Problemen. Um zum Wissenszuwachs beizutragen, konzentriert sich diese Sonderausgabe des European Journal of Psychotraumatology darauf, wie Kinder auf Naturkatastrophen und die psychischen Aspekte solcher Ereignisse vorbereitet werden können. Die Ausgabe enthält Artikel über die Kommunikation von Risiken für Kinder, die Einbeziehung von Kindern in die Katastrophenrisikominderung und über die Folgen eines Erdbebens, eines Vulkanausbruchs, einer Überschwemmung und eines Orkans für die psychische Gesundheit von Kindern. In dieser speziellen Ausgabe, die sich speziell auf Kinder und Naturkatastrophen konzentriert, hoffen wir, unser Verständnis einiger komplexer Pfade verbessert und den Weg für die Verbesserung unserer Interventionen geebnet zu haben. 

Schlüsselwörter: Naturkatastrophen; Resilienz; Kinder; Jugendliche; Trauma; PTBS 

 

Original:

https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1500823

Children and natural disasters

European Journal of Psychotraumatology

Atle Dyregrov, William Yule & Miranda Olff

The number of children affected by natural disasters each year is alarmingly high and can be expected to rise as climate change continues. The mental consequences have been documented not only in rates of posttraumatic stress symptoms (PTSS) and PTSD, but also for depression and other mental health problems. In order to contribute to increased knowledge, this special issue of European Journal of Psychotraumatology focuses on how children can be prepared for natural disasters and the mental health aspects of such events. It includes articles on communicating risks to children, of involving children in disaster risk reduction, and mental health consequences for children from an earthquake, a volcano eruption, a flood and a hurricane. In this special issue specifically focusing on children and natural disasters we hope to have enhanced our understanding of some of the complex pathways and paved the way for improving our interventions.

Keywords: Natural disasters; resilience; children; adolescents; Trauma; PTSD

Published online 15 Aug 2018


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Hier gelangen Sie zum Artikel: https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1476436

Die psychotherapeutische Versorgung von Flüchtlingen in Europa - Behandlungsbedürfnisse, Versorgungsrealität und Handlungsempfehlungen

European Journal of Psychotraumatology                                                                                          

Dietrich Munz & Nikolaus Melcop 

Die Sonderausgabe des am 7. November 2017 erschienenen European Journal of Psychotraumatology beschäftigte sich mit traumatisierten Flüchtlingen und ihren psychischen Belastungen, Screening-Instrumenten und Ansätzen für Interventionen. Der beigefügte Beitrag greift diese Diskussion über die Bedürfnisse und Herausforderungen der psychotherapeutischen Versorgung traumatisierter Flüchtlinge aus Sicht der Praktiker auf. Es stellt die Ergebnisse einer Umfrage zur Behandlungssituation und gesundheitlichen Versorgungslage von Flüchtlingen in 14 europäischen Ländern vor, identifiziert Behandlungslücken und gibt Handlungsempfehlungen auf politischer und therapeutischer Ebene. Die Erhebung wurde von der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) mit Unterstützung des "Netzwerkes für Psychotherapeutische Versorgung in Europa (NPCE)" durchgeführt. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer angemessenen psychosozialen Versorgung für diese Gruppe.

Schlüsselwörter: Flüchtlinge, Trauma; psychotherapeutische Versorgung; Psychotherapie

 

Original: 

https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1476436

The psychotherapeutic care of refugees in Europe: Treatment needs, delivery reality and recommendations for action

The special issue of the European Journal of Psychotraumatology released on November 7, 2017 focused on traumatized refugees, on the mental health burden, screening instruments and interventions in different groups of refugees. The attached contribution takes up on this discussion on the needs and challenges for mental healthcare of traumatized refugees from the view of the practitioners. It reports on the findings of a survey on the treatment situation and the delivery realitiy of healthcare for refugees in 14 European countries, identifies treatment gaps and sets recommendations for action at the political and the therapeutical level. The survey was conducted by the Federal Chamber of Psychotherapists (BPtK) with the assistance of the Network for Psychotherapeutic Care in Europe (NPCE). The findings underline the need for appropriate mental health care for this population.

Keywords: refugees, trauma; mental health care; Psychotherapy

Published online: 25 Jun 2018


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Hier gelangen Sie zum Artikel: https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1450595

Exekutive Funktionen bei Jugendlichen, die Trauma ausgesetzt wurden (trauma-exposed): Eine Meta-Analyse

European Journal of Psychotraumatology
Rosanne Op den Kelder, Alithe L. Van den Akker, Hilde M. Geurts, Ramón J. L. Lindauer & Geertjan Overbeek

Hintergrund: Eine frühere Meta-Analyse und Review zeigte einen möglichen Zusammenhang zwischen Trauma-Exposure und einer Beeinträchtigung exekutiver Funktionen. Zielsetzung: Da verschiedene Entwicklungsverläufe für 3 Kern-Exekutive Funktionen gefunden wurden, konzentrierten wir uns auf das Arbeitsgedächtnis, die Inhibition und kognitive Flexibilität. Methode: Wir führten eine multilevel Meta-Analyse durch, die 53 Studien und 239 Wirkungsgrößen miteinbezog. Diese Studien wurden in dem Zeitraum von 1984 bis 2017 publiziert und aus Pub Med, EMBASE und PsychInfo entnommen. Die 8070 Teilnehmer der ausgewählten Studien waren zwischen 2 und 25 Jahren alt. Wir untersuchten, ob sich der Zusammenhang zwischen den Konstrukten durch traumaspezifische Moderatoren (Beginn, Dauer, und Typus), Studiendaten (Alter, Geschlecht, Ethnizität, sozio-ökonomischer Status) sowie Mess-Charakteristiken (Qualität) verändern würde. Ergebnisse: Wir fanden moderate bis mittelgroße Wirkungsgrößen für das Arbeitsgedächtnis (d=0,49) die Inhibition (d= 0,46) und kognitive Flexibilität (d= 0,44). Jedoch zeigte die Moderatoren-Analyse, dass dieser Effekt beim Arbeitsgedächtnis nicht signifikant von Null abwich, wenn qualitativ hohe Mess-Methoden benutzt wurden. Im Vergleich zu einmalig Trauma ausgesetzten Jugendlichen zeigten Gewalt- oder Missbrauch ausgesetzte Jugendliche und jene die bei Stiefeltern oder durch Adoption aufgezogenen wurden mehr Probleme im Bezug auf Inhibition. Kinder und Jugendliche, die bei Stiefeltern oder durch Adoption aufgezogen wurden zeigten mehr Probleme bei der kognitiven Flexibilität. Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse implizieren, dass Trauma ausgesetzte Jugendliche Beeinträchtigungen exekutiver Funktionen aufzeigen. Beeinträchtigungen exekutiver Funktionen, besonders Inhibition und kognitive Flexibilität, sollten im klinischen Einsatz in den Begutachtungs- und Behandlungsrichtlinien berücksichtigt werden. 

Schlüsselwörter: Psychotrauma, Meta-Analyse, Jugendliche, exekutive Funktionen, Arbeitsgedächtnis, Inhibition, kognitive Flexibilität, posttraumatische Belastungsstörung 

 

Original:

https://doi.org/10.1080/20008198.2017.1418103

Executive functions in trauma-exposed youth: A meta-analysis                                                      

Rosanne Op den Kelder, Alithe L. Van den Akker, Hilde M. Geurts, Ramón J. L. Lindauer & Geertjan Overbeek

Background: An earlier meta-analyses and review indicated that trauma exposure might be related to lower levels of executive functioning in youth.
Objective: As different developmental trajectories were found for three core executive functions, we focused on working memory, inhibition, and cognitive flexibility specifically.
Method: We conducted a multilevel meta-analysis on 53 studies and 239 effect sizes published between 1984-2017 that were retrieved from PubMed, EMBASE, and PsycINFO. The 8070 participants in selected studies were aged 2 to 25 years. We investigated whether the association between constructs would be moderated by trauma specific moderators (onset, duration, and type), and study (age, gender, ethnicity, socio-economic status), and measurement (quality) characteristics.
Results: We found small-to-medium effect sizes for working memory (d = -0.49), inhibition (d = -0.46), and cognitive flexibility (d = -0.44). However, moderator analyses showed that this effect was not significantly different from zero for working memory when using high quality measurement instruments. Compared to single trauma-exposed youth, violence exposed/abused and foster care/adopted youth showed more problems in inhibition and foster care/adopted youth showed more problems in cognitive flexibility.
Conclusion: Our findings imply that trauma-exposed youth have lower levels of executive functions. Clinical practice should incorporate problems in executive functioning, especially inhibition and cognitive flexibility, in their assessment and treatment guidelines.

Keywords: psychotrauma, meta-analysis, youth, executive functions, working memory, inhibition, cognitive flexibility, posttraumatic stress disorder

The paper was accepted on Feb 26, 2018


Übersetzung:

Hier gelangen Sie zum Artikel: https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1450594

Beeinflusst Schlafunterbrechung die Auswirkung von Kindesmisshandlung auf die Gehirnstruktur?

European Journal of Psychotraumatology                                                                                                             

Martin H. Teicher, Kyoko Ohashi, Alaptagin Khan, Laura C. Hernandez Garcia, Torsten Klengel, Carl M. Anderson& Marisa M. Silveri

Hintergrund: Es besteht ein Zusammenhang zwischen Kindesmisshandlung und einer Veränderungen in der Morphologie stressanfälliger Gehirnregionen. Es ist bekannt, dass Misshandlungen das Risiko für Psychopathologie erheblich erhöhen und zu anhaltenden Schlafstörungen führen. Zielsetzung: Das Ziel ist es, zu bestimmen, ob Abnormalitäten in der Schlafkontinuität Auswirkungen auf die Gehirn-Morphometrie haben und einzuschätzen, in welchem Ausmaß Schlafstörungen die Auswirkung von Misshandlungen auf die Gehirnstruktur beeinflussen. Methode: Folgende Daten wurden erhoben: Maltreatment and Abuse Chronology of Exposure (MACE) Scale-Ratings, Actigraph-basierte Schlafbewertung und 3T MRI. Population: N=37, 18-19-jährige Teilnehmer (TN) (N=34 mit bildgebenden Verfahren). Ergebnisse: Vierzehn TN hatten keine Vorgeschichte von Misshandlungen, während N=23 TN durchschnittlich 4,7 verschiedene Arten der Misshandlungen erlebt hatten. Die Mehrfachmisshandlungen waren eng verbunden mit verringerter Schlaffähigkeit, vermehrtem nächtlichem Aufwachen nach Schlafbeginn, und einer erhöhten Anzahl und Dauer der Wachperioden. Diese Parameter waren unabhängig von den Auswirkungen der Misshandlung auf Depression und Angststörungen. Die wichtigsten Prädiktoren für Schlafstörungen waren das Ausgesetztsein zu elterlichem, nicht-verbalem, emotionalem Missbrauch im Alter von 9-10 Jahren. Reduzierte Schlaffähigkeit korrelierte mit reduziertem Volumen der Grauen Materie im Hippocampus, einschließlich des CA1 Teilfelds, molekularer Schichten und des Gyrus Dentatus, sowie des unteren Dentalgyrus und der Insula. Schlaf beeinflusste zu 39-46 % die Wirkung von Missbrauch auf das Volumen der hippocampalen Strukturen und den unteren frontalen Gyrus. Schlussfolgerungen: Mittels Actigraph bewerteter Schlaf ist bei misshandelten Jugendlichen im späten Teenageralter gestört und beeinflusst einen signifikanten Teil der Auswirkung von Misshandlung auf das Volumen des Hippocampus. Es bedarf weiterer Studien, um einzuschätzen, ob Bemühungen zur Schlafförderung bei misshandelten Kindern die neurobiologischen Auswirkungen von Missbrauch behindern oder verbessern können.  

Schlüsselwörter: Missbrauch und Vernachlässigung, Misshandlung, Hippocampus, Präfrontaler Cortex, Schlaf, Actigraphy, Depression und Angststörung

 

Original:

https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1450594

Does Sleep Disruption Mediate The Effects of Childhood Maltreatment on Brain Structure?

Martin H. Teicher, Kyoko Ohashi, Alaptagin Khan, Laura C. Hernandez Garcia, Torsten Klengel, Carl M. Anderson& Marisa M. Silveri

Background: Childhood maltreatment is associated with alterations in morphology of stress susceptible brain regions. Maltreatment is also known to markedly increase risk for psychopathology and to have an enduring disruptive effect on sleep.
Objective: To determine whether abnormalities in sleep continuity have effects on brain morphometry and to evaluate the extent to which sleep impairments mediate the effects of maltreatment on brain structure.
Method: Maltreatment and Abuse Chronology of Exposure (MACE) scale ratings, actigraph-assessed sleep and 3T MRI were obtained on N=37 18-19-year-old participants recruited from the community (N=34 with neuroimaging).
Results: Fourteen participants had no history of maltreatment while N=23 were exposed, on average, to 4.7 types of maltreatment. Multiplicity of maltreatment was strongly associated with reduced sleep efficiency, increased wake after sleep onset time and number/duration of awakenings, which were independent of effects of maltreatment on depression and anxiety. The most important predictors of impaired sleep were exposure to parental non-verbal emotional abuse at 9-10 years of age. Reduced sleep efficiency correlated with reduced gray matter volume in hippocampus including CA1 subfield, molecular layer and dentate gyrus as well as inferior frontal gyrus and insula. Sleep mediated 39-46% of the effects of maltreatment on volume of hippocampal structures and inferior frontal gyrus.
Conclusions: Actigraph-assessed sleep is disrupted in maltreated late teens and mediates a significant portion of the effects of maltreatment on hippocampal volume. Studies are needed to assess whether efforts to enhance sleep in maltreated children can preempt or ameliorate neurobiological consequences of maltreatment.


Key Words: Abuse and neglect, maltreatment, hippocampus, prefrontal cortex, sleep, actigraphy, depression and anxiety

The paper was accepted on Feb 27, 2018


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Hier gelangen Sie zum Artikel: https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1450042

Die Beziehung zwischen sozialer Unterstützung und posttraumatischem Stress bei Kindern und Jugendlichen nach dem Erlebnis einer Naturkatastrophe 

European Journal of Psychotraumatology                                                                                                                       

Betty S. Lai, Melissa C. Osborne, Jennifer Piscitello, Shannon Self-Brown & Mary Lou Kelley

Hintergrund: Kinder sind nach einer Naturkatastrophe aufgrund ihres Alters und ihrer Abhängigkeit von Erwachsenen eine Bevölkerungsgruppe mit besonders hoher Vulnerabilität. Das Hauptproblem, das sich bei Kindern zeigt, ist posttraumatischer Stress (posttraumatic stress symptoms (PTSS)). Frühere Untersuchungen deuten darauf hin, dass PTSS in einem umgekehrten Zusammenhang mit sozialer Unterstützung steht, die nach einer Katastrophe oft gestört ist. Ziel: Diese Studie untersuchte das Verhältnis von sozialer Unterstützung (durch Eltern, Lehrer, und Peers) und PTTS von Kindern, die den Hurrikan Katrina erlebten. Die Untersuchung leistet einen Beitrag zur Forschungsliteratur, indem sie die Mechanismen dieses Verhältnisses im Laufe der Zeit untersucht. Methode: In dieser Studie wurden 426 Kinder zu 4 Zeitpunkten untersucht, das erste Mal 3-7 Monate nach Hurrikan Katrina,  und letztlich 25-27 Monate nach Hurrikan Katrina. Three-path models analysierten die Beziehung zwischen sozialer Unterstützung (von Eltern, Lehrern und Peers, gemessen mit der Social Support Scale für Kinder) und PTTS (gemessen mit dem UCLA PTSD Reaction Index). Covariates beinhalteten das Alter des Kindes, Minderheiten-Status, wahrgenommene Lebensgefährdung und tatsächliche Lebensgefährdung. Nonsignificant paths wurden aus den finalen Modellen entfernt. Global fit indices wurden untersucht, um den model fit zu bestimmen. Ergebnisse: Für das Modell der sozialen Unterstützung von Eltern und Peers, zeigte PTTS einen statistisch signifikanten Effekt von einem Zeitpunkt zum Nächsten. Im Lehrer-Modell, traf dieses nur zwischen Zeitpunkt 1 und 2 zu. Im Peer-Modell zeigte soziale Unterstützung einen statistisch signifikanten Effekt auf PTTS zwischen Zeitpunkt 2 und 3 (standardisierter Schätzwert =-26, p<0,0001). Für das Eltern- und Lehrermodell gab es keine signifikanten Wege von sozialer Unterstützung zur PTTS. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse unterstützen ein social selection model bei dem PTTS soziale Unterstützung unterminiert, insbesondere in den ersten beiden Jahren nach der Katastrophe. Wenn diese Ergebnisse repliziert werden können, legt dieses nahe, dass in Fällen begrenzter finanzieller Möglichkeiten PTTS priorisiert werden sollte, aufgrund seiner Kaskadenwirkung auf soziale Unterstützung.                                                

Schlüsselwörter: Katastrophe, posttraumatischer Stress, Kinder, soziale Unterstützung, Hurrikan

 

Original:

https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1450042

The Relationship Between Social Support and Posttraumatic Stress Symptoms Among Youth Exposed to a Natural Disaster

Betty S. Lai, Melissa C. Osborne, Jennifer Piscitello, Shannon Self-Brown & Mary Lou Kelley

Background: Children are a vulnerable population following a natural disaster, due to their age and dependence on adults. The primary presenting problem children report after disasters is posttraumatic stress symptoms (PTSS). Prior research suggests that PTSS is inversely related to social support, which is often disrupted after a disaster. Objective: This study examined the relationship between social support (from parents, teachers, and peers) and PTSS in children affected by Hurricane Katrina. The research contributes to the literature by examining the mechanisms that drive this relationship over time. Methods: In this study, 426 children were followed over four timepoints, beginning 3-7 months after Hurricane Katrina and concluding 25-27 months post-hurricane. Three path models analyzed the relationship between social support (from parents, teachers, and peers, measured by the Social Support Scale for Children) and PTSS (measured by the UCLA PTSD Reaction Index).
Covariates included child age, minority status, gender, perceived life threat, and actual life threat. Nonsignificant paths were trimmed from the final models. Global fit indices were examined to determine model fit. Results: In the parent and peer social support models, PTSS exhibited statistically significant effects on social support from one wave to the next. In the teacher model, this was only true between Waves 2 and 3. Social support showed a statistically significant effect on PTSS between Wave 2 and Wave 3 in the peer model (standardized estimate=-0.26, p<0.0001). No paths from social support to PTSS were significant in the parent and teacher models. Conclusion: Findings support a social selection model in which PTSS undermine social support, particularly in the first two years post-disaster. If these findings are replicated, this suggests that in cases of limited funding, PTSS should be prioritized, given their cascading effects on social support.

Key Words: Disaster, Posttraumatic Stress, Children, Social Support, Hurricane

The paper was accepted on Feb 25, 2018


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PTBS & Komplexe PTBS: ICD-11 Updates zu Konzept und Erfassung in Großbritannien, USA, Deutschland und Litauen

Thanos Karatzias, Marylene Cloitre, Andreas Maercker, Evaldas Kazlauskas, Mark Shevlin, Philip Hyland, Jonathan I. Bisson, Neil P. Roberts & Chris R. Brewin

Die 11. Revision der Internationalen Statistischen Klassifikation der Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation (ICD-11) schlägt zwei distinkte Geschwisterdiagnosen vor, die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und die komplexe PTBS (kPTBS). In diesem Beitrag möchten wir den aktuellen Stand der Forschung in Bezug zur konzeptionellen Struktur und Erfassung von PTBS und kPTBS anhand des Internationalen Trauma-Fragebogens (ITQ) nach ICD-11-Vorschlägen in den USA, Großbritannien, Deutschland und Litauen darstellen. Vorläufige Ergebnisse legen nahe, dass die kPTBS in klinischen und Bevölkerungsstichproben zu finden ist, auch wenn die Prävalenzraten in den einzelnen Ländern variieren können. In klinischen Stichproben deuten vorläufige Ergebnisse darauf hin, dass die kPTBS häufiger als PTBS auftritt. Vorläufige Ergebnisse deuten ebenso darauf hin, dass der ITQ reliabel und valide ist und adäqaut zwischen PTBS und kPTBS unterscheiden können. Weitere interkulturelle Studien werden vorgeschlagen, um Unterschiede zwischen PTBS und kPTBS in verschiedenen Ländern in Bezug auf Prävalenz, Inzidenz und Prädiktoren für PTBS und kPTBS zu untersuchen.

Schlüsselwörter: PTBS, kPTBS, ITQ, Prävalenz, ICD-11

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https://doi.org/10.1080/20008198.2017.1418103

PTSD & Complex PTSD: ICD -11 Updates on Concept and Measurement in the UK, USA, Germany and Lithuania

Thanos Karatzias, Marylene Cloitre, Andreas Maercker, Evaldas Kazlauskas, Mark Shevlin, Philip Hyland, Jonathan I. Bisson, Neil P. Roberts & Chris R. Brewin

The 11th revision to the World Health Organization’s International Classification of Diseases (ICD-11) proposes two distinct sibling conditions, Posttraumatic Stress Disorder (PTSD) and Complex PTSD (CPTSD). In this paper, we aim to provide an update on the latest research regarding the conceptual structure and measurement of PTSD and CPTSD using the International Trauma Questionnaire (ITQ) as per ICD-11 proposals in the USA, UK, Germany and Lithuania. Preliminary findings suggest that CPTSD is common in clinical and population samples although there may be variations across countries in prevalence rates. In clinical samples, preliminary evidence suggests that CPTSD is a more commonly observed condition than PTSD. Preliminary evidence also suggests that the ITQ scores are reliable and valid and can adequately distinguish between PTSD and CPTSD. Further cross-cultural work is proposed to explore differences in PTSD and CPTSD across different countries with regard to prevalence, incidence, and predictors of PTSD and CPTSD.

Key words: PTSD, CPTSD, ITQ, prevalence, ICD-11


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Training der nächsten Generation von Psychotraumatologen: Ein neues kollaboratives Netzwerk für Training und Exzellenz in der Psychotraumatologie (CONTEXT)

Frédérique Vallières, Philip Hyland, Jamie Murphy, Maj Hansen, Mark Shevlin, Ask Elklit, Ruth Ceannt, Cherie Armour, Nana Wiedemann, Mette Munk, Cecilie Dinesen, Geraldine O’Hare, Twylla Cunningham, Ditte Askerod, Pernille Spitz, Noeline Blackwell, Angela McCarthy, Leonie O’Dowd, Shirley Scott, Tracey Reid, Andreas Mokake, Rory Halpin, Camila Perera, Christina Gleeson, Rachel Frost, Natalie Flanagan, Kinan Aldamman, Trina Tamrakar, Maria Louison Vang, Larissa Sherwood, Áine Travers, Ida Haahr-Pedersen, Catherine Walshe, Tracey McDonagh & Rikke Holm Bramsen

In diesem Artikel stellen wir eine Beschreibung eines neuen Forschungs- und Ausbildungsprogramms, genannt CONTEXT oder ‚COllaboratives Netzwerk für Training und EXcellence in PsychoTraumatologie’ vor, finanziert durch Horizon2020, Marie-Sklodowska-Curie-Maßnahme. Die drei Ziele des Programms werden vorgestellt, die sich jeweils auf eine Schlüsselkomponente des CONTEXT-Programms beziehen. Zuerst fassen wir die zwölf individuellen Forschungsprojekte zusammen, welche drei prioritäre Bevölkerungsgruppen umfassen: (i) geflüchtete Menschen und Asylbewerber, (ii) Ersthelfer, und (iii) Täter und Überlebende von Kindheits- und geschlechtsspezifischer Gewalt. Zweitens stellen wir ausführlich das Mentoring- und Trainingsprogramm vor, welches im Mittelpunkt von CONTEXT steht. Schließlich beschreiben wir, wie die Forschung zusammen mit dem Training zu einer besseren Strategie, zu besseren Richtlinien und besserer Anwendung auf dem Gebiet der Psychotraumatologie beitragen kann.

Schlüsselwörter: Trauma, Doktorandenprogramme, Flüchtlinge und Asylbewerber, Ersthelfer, geschlechtsspezifische Gewalt, Kindheitstrauma

Original:

https://doi.org/10.1080/20008198.2017.1421001

Training the Next Generation of Psychotraumatologists: A New Collaborative Network for Training and Excellence in Psychotraumatology (CONTEXT)

Frédérique Vallières, Philip Hyland, Jamie Murphy, Maj Hansen, Mark Shevlin, Ask Elklit, Ruth Ceannt, Cherie Armour, Nana Wiedemann, Mette Munk, Cecilie Dinesen, Geraldine O’Hare, Twylla Cunningham, Ditte Askerod, Pernille Spitz, Noeline Blackwell, Angela McCarthy, Leonie O’Dowd, Shirley Scott, Tracey Reid, Andreas Mokake, Rory Halpin, Camila Perera, Christina Gleeson, Rachel Frost, Natalie Flanagan, Kinan Aldamman, Trina Tamrakar, Maria Louison Vang, Larissa Sherwood, Áine Travers, Ida Haahr-Pedersen, Catherine Walshe, Tracey McDonagh & Rikke Holm Bramsen

In this paper we present a description of a new, Horizon2020, Marie Curie Sklodowska Action funded, research and training program called CONTEXT, or the ‘COllaborative Network for Training and EXcellence in psychoTraumatology’. The three objectives of the program are put forward, each of which refers to a key component of the CONTEXT program. First, we summarise the twelve individual research projects that will take place across three priority populations: (i) refugees and asylum seekers, (ii) first responders, and (iii) perpetrators and survivors of childhood and gender-based violence. Second, we detail the mentoring and training program central to CONTEXT. Finally, we describe how the research, together with the training, will contribute towards better policy, guidelines, and practice within the field of psychotraumatology.

Keywords: trauma, doctoral programs, refugees and asylum seekers, first responders, gender-based violence, childhood trauma


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Hier gelangen Sie zum Artikel: https://doi.org/10.1080/20008198.2017.1403257

Globale Kooperation im Bereich Traumafolgestörungen

Ulrich Schnyder, Ingo Schäfer, Helene F. Aakvaag, Dean Ajdukovic, Anne Bakker, Jonathan I. Bisson, Douglas Brewer, Marylène Cloitre, Grete A. Dyb, Paul Frewen, Juliana Lanza, Robyne Le Brocque, Brigitte Lueger-Schuster, Gladys K. Mwiti, Misari Oe, Rita Rosner, Julia Schellong, Jun Shigemura, Kitty Wu & Miranda Olff

Psychotraumata sind eine weltweite Herausforderung. Ein Großteil der weltweiten durch psychische Störungen verursachten Krankheitsbelastung tritt in strukturschwachen Ländern mit niedrigem oder mittlerem Durchschnittseinkommen auf (sog. LMIC, „low and middle income countries“), meist in Bevölkerungsgruppen, die politischen, ökonomischen oder sozialen Wandel durchlaufen oder zu Migration gezwungen sind. Diese psychischen Störungen sind oft durch traumatische Ereignisse verursacht, die Erwachsene, Kinder und Familien  betreffen, wie etwa Krieg, Massaker, Naturkatastrophen und Unfälle. Um dem zu begegnen und einen stärkeren Einfluss auf traumabezogene Themen auszuüben, rief die International Society for Traumatic Stress Studies (ISTSS) die 'Global Initiative' ins Leben. Als Teil dieser weltweiten Initiative wurde die 'Global Collaboration' von Vertretern aus acht Traumafachgesellschaften aus verschiedenen Ländern gegründet. Diese Gruppe entschied sich für das Thema Kindesmisshandlung und –vernachlässigung (Childhood Abuse and Neglegt CAN) als erstes Kooperationsprojekt. Sie sammelte Behandlungsleitlinien aus allen Teilen der Welt und konnte so die Grundlage für eine zentralen Leitfaden betreffend Prävention und Behandlung schaffen, der an jeweilige kulturelle Gegebenheiten angepasst werden kann. Die daraus resultierende Website 'Internet information on Childhood Abuse and Neglect (iCAN)' bietet umfassende Informationen für Erwachsene, die von CAN betroffen sind, sowie für deren nahe Angehörige. Sie ist derzeitig in acht Sprachen zugänglich und ist kostenlos von der Homepage der ISTSS und weiteren Websites zu erreichen. Eine zweite wichtige Errungenschaft der Global Collaboration ist die Validierung des Computerized Childhood Attachment and Relational Trauma Screen (CARTS), eines computergestützten Selbstauskunftsfragebogens zur Erfassung von Kindesmisshandlung, sowie dessen Übersetzung in mehrere Sprachen, darunter Kroatisch, Niederländisch, Französisch, Georgisch, Deutsch, Italienisch, Japanisch, Kroatisch, Norwegisch, Russisch und Spanisch. Aktuell ist eine Studie geplant, die normative Antworten auf den Fragebogen sammeln und interkulturelle Vergleiche anstellen soll. Der Erfolg der Global Collaboration kann als ermutigender Schritt hin zu einer tatsächlich globalen Struktur innerhalb der Psychotraumatologie gesehen werden.

Schlüsselwörter: Trauma, globale Zusammenarbeit, Kindesmissbrauch und Vernachlässigung, CARTS, Psychische Gesundheit bei Geflüchteten

Original: 

https://doi.org/10.1080/20008198.2017.1403257

The Global Collaboration on Traumatic Stress

Ulrich Schnyder, Ingo Schäfer, Helene F. Aakvaag, Dean Ajdukovic, Anne Bakker, Jonathan I. Bisson, Douglas Brewer, Marylène Cloitre, Grete A. Dyb, Paul Frewen, Juliana Lanza, Robyne Le Brocque, Brigitte Lueger-Schuster, Gladys K. Mwiti, Misari Oe, Rita Rosner, Julia Schellong, Jun Shigemura, Kitty Wu & Miranda Olff

Trauma is a global issue. The great majority of the global burden of disease arising from mental health conditions occurs in low and middle income countries (LMICs), among populations in political, economic, and/or cultural transition and those struck by forced migration. These mental health problems frequently arise as a result of traumatic events that adversely affect adults, children and families, including war, mass violence, natural disasters, and accidents. In response to this, the International Society for Traumatic Stress Studies (ISTSS) launched the Global Initiative to have a stronger global impact on trauma related issues. As part of this initiative, the Global Collaboration was established by representatives of eight professional organizations active in the field of traumatic stress. The group decided to focus on childhood abuse and neglect as its first collaboration. They collected guidelines from around the world, providing the basis for a synthesized core guide for prevention and treatment that can be customized for specific cultural contexts. The resulting “Internet information on Childhood Abuse and Neglect” (iCAN) is a comprehensive guide for adults who have been affected by childhood abuse and neglect, as well as for the survivors’ significant others. It is currently provided in eight languages, and is freely available at the homepage of ISTSS and other websites. A second achievement of the Global Collaboration is the validation of the Computerized Childhood Attachment and Relational Trauma Screen (CARTS), a self-report measure designed to measure occurrences of childhood maltreatment, and its translation into multiple languages, including Croatian, Dutch, French, Georgian, German, Italian, Japanese, Norwegian, Russian, and Spanish. A study is currently planned to collect normative responses to the questionnaire, and to conduct cross-cultural comparisons. The Global Collaboration’s success may be seen as an encouraging step towards a truly global structure in the field of traumatic stress.

Key words: Trauma, Global Collaboration, Childhood Abuse and Neglect, CARTS, Refugee Mental Health