Begleiterscheinungen der PTBS

Eine posttraumatische Belastungsstörung ist regelmäßig von weiteren typischen Beschwerden begleitet, die die Betroffenen und zumeist auch deren Umfeld zusätzlich belasten:

 

Ängste 

Angst- und Panikzustände, eine veränderte, sorgenvolle Grundeinstellung und die generelle Einschätzung, dass die Welt ein unsicherer Ort ist, an dem überall Gefahren lauern, zählen zu den häufigsten Erscheinungsformen posttraumatischen Stresserlebens. In manchen Fällen schärft das traumatische Erlebnis das Gespür für echte Gefahren, häufig jedoch führt es dazu, dass die Betroffenen fortan ihr Leben oder ihre Umgebung als konstante Bedrohung wahrnehmen. 

 

Ärger und Wut

Viele traumatisierte Menschen haben mit Gefühlen von Ärger und Wut zu kämpfen. Ihr Ärger richtet sich zumeist gegen diejenigen Personen, die das Leid, das sie erfahren mussten, ihrer Einschätzung nach zu verantworten haben. Es können jedoch auch Personen des persönlichen Umfelds betroffen sein. Ursächlich hierfür ist einerseits der Umstand, dass sich die Betroffenen in einem dauerhaften Zustand hoher Anspannung befinden und deswegen zu Überreaktionen neigen. Andererseits können im Umgang mit anderen Menschen unbeabsichtigt Erinnerungen an das traumatische Ereignis ausgelöst werden, worauf Betroffene häufig verstimmt reagieren. Viele traumatisierte Personen empfinden es zudem als ungerecht, dass sie etwas derart Schreckliches erleben mussten und entwickeln deshalb einen inneren Groll.

 

Depressive Verstimmung 

Niedergeschlagenheit, tiefe Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit bis hin zur Lebensmüdigkeit sind ebenfalls häufige Folgen einer traumatischen Erfahrung. Die Betroffenen erleben sich als freud- und antriebslos, was es ihnen schwer macht, ihr Leben wie gewohnt fortzuführen. Viele traumatisierte Menschen neigen dazu, sich immer mehr von Freunden, Bekannten und Familie zurückzuziehen und geben Aktivitäten auf, die ihnen zuvor wichtig waren. Dies kann dazu führen, dass ihnen ihr Leben zunehmend perspektivlos und nicht mehr lebenswert erscheint.

 

Verlust früherer Grundüberzeugungen über die Welt und sich selbst

Ein Trauma kann ein zuvor vorhandenes Gefühl von grundlegender Sicherheit und Geborgenheit im eigenen Leben nachhaltig beschädigen und stellt gelegentlich sogar den Sinn des Lebens in Frage. Die Welt und ihre Mitmenschen erscheinen den Betroffenen plötzlich bedrohlich, gefährlich und nicht mehr vertrauenswürdig.

Viele traumatisierte Menschen entwickeln zudem ein negatives Bild von sich selbst, das auf der irrigen Annahme beruht, ein schlechter, schwacher oder nicht ausreichend intelligenter Mensch zu sein und daher negative Erlebnisse anzuziehen. Viele Betroffene quälen sich mit Selbstvorwürfen, weil sie im entscheidenden Moment nicht anders reagiert haben. Daraus entstehen Schuld- und Schamgefühle und die fälschliche Annahme, sie hätten mit einem anderen Verhalten den katastrophalen Ausgang des Ereignisses positiv beeinflussen oder gar verhindern können. Nicht selten sind die Betroffenen überdies sehr ungeduldig mit sich selbst, weil die Bewältigung des Traumas nur langsam voranschreitet, was sie als persönliches Versagen oder ein Zeichen von Schwäche wahrnehmen.

 

Reaktualisierung früherer Traumatisierungen

Ein traumatisches Erlebnis kann das Tor zu Erinnerungen an vergleichbare Ereignisse in der Vergangenheit öffnen, die man längst vergessen geglaubt hatte und die plötzlich wieder sehr präsent und lebendig im Gedächtnis auftauchen. Bestimmte Eindrücke und Empfindungen (ein taubes Gefühl im Körper, eine wütende Stimme) oder eine ähnliche Interpretation der Lage (man fühlt sich hilflos oder fürchtet um sein Leben) können das erneute Durchleben eines längst vergangenen Ereignisses auslösen, selbst wenn die Auslöser nur eine vage Ähnlichkeit mit dem Geschehnis selbst haben. Die Erinnerungen können jedoch so überwältigend sein, dass sie die gesamte Vergangenheit überschatten und in der Rückschau das Gefühl vermitteln, nur Negatives erlebt zu haben.