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Hilfe für Betroffene

Informationen und Hilfe für Betroffene

Informationen und Hilfe für Betroffene

Die Entwicklung einer Traumafolgestörung ist kein Zeichen von Schwäche oder Versagen, sondern dies kann jeden Menschen treffen, der ein traumatisches Ereignis erlebt hat. Traumafolgestörungen sind normale Reaktionen auf ein unnormales und extremes Erlebnis. Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass die Folgeerscheinungen traumatischer Ereignisse mit verschiedenen psychotherapeutischen Ansätzen gut behandelbar sind. 

Was genau ein Trauma ist und wie sich Traumafolgestörungen äußern, finden Sie auf den folgenden Seiten Informationen zu diesen Themen. Ebenso finden Sie in unserer Therapeut:innensuche, Therapeut:innen, die sich auf die Behandlung von Traumafolgestörungen spezialisiert haben.

Therapeut:innen in Ihrer Nähe finden

Mit Hilfe unserer Therapeut:innen-Suche können Sie nach Therapeut:innen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche suchen, die das Zertifikat Spezielle Psychotraumatherapie DeGPT erworben haben.

FAQ

Was kann ich machen, wenn alle Therapeut:innen in meiner Nähe ausgebucht sind?

Wir empfehlen hier die Kilometerentfernung um Ihren Wohnort zu erweitern und alle Filter zurückzusetzten.

 

Wo finde ich noch weitere Therapeut:innen?

Die Krankenkassen haben in der Regel Beratungshotlines geschaltet und bieten Unterstützung bei der Suche nach Therapeut:innen an. Auch die Landespsychotherapeutenkammern bieten Datenbanken mit Psychotherapeut:innen an. Über das Österreichische Netzwerk für Traumatherapie können Betroffene in Österreich Therapeut:innen finden: oent.at.

Klinische- und Gesundheitspsycholog:innen in Österreich

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DeGPT/Fachverband Traumapädagogik - zertifizierte TraumapädagogInnen und Traumazentrierte FachberaterInnen

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Gutachter:innen-Suche
Begutachtung reaktiver psychischer Traumafolgen (DeGPT) im sozialen Entschädigungsrecht und in der gesetzlichen Unfallversicherung

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Begutachtung reaktiver psychischer Traumafolgen (DeGPT) in aufenthaltsrechtlichen Verfahren

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Deutschland

 

Krisenbegleitung

Ki-Sta - Krisenbegleitung und Stabilisierung durch Fachkräfte:
https://www.kri-sta.de/de/
 

Traumabegleitung

St. Elisabeth Verein:
E-Mail traumaberatung@elisabeth-verein.de
Telefonisch: 06421- 4909994 zu folgenden Sprechzeiten:
Montags  von 09:00 Uhr – 11:00 Uhr
Mittwochs von 14:00 Uhr – 16:00 Uhr
https://st-elisabeth-verein.de/kontakt/

 

Hilfe für Betroffene sexueller Übergriffe und sexueller Gewalt

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen:
Telefon: 08000 116 016
www.hilfetelefon.de
 

Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe:
Hilfsangebote für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Onlinesuche nach wohnortnahen Hilfsangeboten möglich.
www.frauen-gegen-gewalt.de/de/aktuelles.html
 

Hilfeportal sexueller Missbrauch:
Telefon: 0800-22 55 530
www.hilfe-portal-missbrauch.de/startseite
 

Wildwasser e. V.:
Hilfe für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind.
www.wildwasser.de
 

Betroffene, die in der Familie im Rahmen eines Abhängigkeitsverhältnisses sexuell missbraucht wurden, können Sachleistungen wie Therapien beantragen:

Fonds sexueller Missbrauch
Telefon: 0800 400 10 50
www.fonds-missbrauch.de

Info

Frauen, die sich im Club belästigt fühlen, können sich vielerorts zudem mit Fragen wie "Ist Luisa hier?" ans Personal wenden und bekommen unmittelbar und diskret Hilfe.
www.luisa-ist-hier.de

Hilfsangebote für Geflüchtete

Fragen und Angebote zur psychosozialen und therapeutischen Versorgung von Geflüchteten:
Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e.V. (BAfF)
www.baff-zentren.org
 

Mehrsprachige Hilfsangebote per Telefon und Chat:
Informationen der deutschen Bundesregierung
www.bundesregierung.de
 

DGPPN Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V.:
Liste von Psychiater:innen und Psychotherapeut:innen, die ukrainisch oder russisch sprechen
www.dgppn.de
 

Online Plattformen zur psychologischen Unterstützung für Menschen aus der Ukraine, teilweise auch auf Russisch:

Plattform der Federation Global Initiative on Psychiatry
www.samopomo.ch
 

Plattform von Therapeut:innen, die kostenlosen Beratungsangeboten für Menschen aus der Ukraine anbieten
complicated.life
 

Plattform von Psycholog:innen in Polen gelistet, die ukrainisch sprechen
twojpsycholog.pl
 

Organisierte sexualisierte und rituelle Gewalt

Hilfetelefon „berta“
Telefon: 0800 30 50 750
nina-info.de
 

Hilfe für Kriminalitätsopfer

Weißer Ring
Hilfe für Kriminalitätsopfer (z.B. bei Häuslicher Gewalt, Stalking, Vergewaltigung)
Telefon: 116 006
weisser-ring.de
 

Hilfe für Kinder und Jugendliche

Ankerland - Hilfe für traumatisierte Kinder
Telefon: 040 / 63 64 36 27
www.ankerland.de
 

Verein Dunkelziffer – Soforthilfe bei sexuellem Missbrauch von Kindern
www.dunkelziffer.de
 

Schule gegen sexuelle Gewalt
www.schule-gegen-sexuelle-gewalt.de

 

Die hier verlinkten Websites stellen keine Empfehlung der DeGPT dar, da es nicht möglich ist, umfassend und längerfristig einzuschätzen und zu beurteilen, welche Seiten sicher und qualitativ gut sind. Wir empfehlen Achtsamkeit und gesunde Vorsicht beim Besuch der verlinkten Seiten und eine kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten. 

Östereich

Häusliche Gewalt, Männerberatung, Beratung für Kinder und Jugendliche
bmi.gv.at
 

Hilfe für Frauen
www.bundeskanzleramt.gv.at
 

Der Weiße Ring
Hilfe für Opfer von Verbrechen
www.weisser-ring.at

Schweiz

Dargebotene Hand
www.143.ch

Was ist ein Trauma und wie äußern sich Traumafolgestörungen?

Was ist ein Trauma?

Der Begriff Trauma (griechisch: Wunde) bedeutet eine körperliche (physische) oder seelische (psychische) Verletzung. Durch ein traumatisierendes Ereignis kann es zu seelischen Verletzungen kommen, weil man sich bedroht, hilflos oder schutzlos fühlt. Es kann auch sein, dass man keine Möglichkeiten mehr sieht, wie man ein solches Ereignis bewältigen kann.
Mit traumatisierenden Ereignissen sind z.B. Unfälle, Erkrankungen oder Naturkatastrophen gemeint, aber auch Erfahrungen psychischer, körperlicher und sexueller Gewalt, z.B. Vergewaltigung, Krieg oder Folter. Auch Erfahrungen wie Verlust oder Vernachlässigung, z.B. in der Kindheit, können traumatisierend sein.

 

Traumatisierende Ereignisse können einmalig auftreten oder auch mehrmalig. Manche Menschen erleben seelische Verletzungen in der Kindheit oder Jugend, andere im Erwachsenenalter.

 

Podcast zum Thema: Trauma und die psychischen Folgen - Interview mit Prof. Paul Plener
"Psychologie to go" Podcast der Psychotherapeutin Franca Cerutti: weiter zum Podcast

Wie äußern sich Traumafolgestörungen?

Bei manchen Menschen führt eine seelische Verletzung zu länger anhaltenden Beschwerden (Symptomen). Fachpersonen teilen solche Beschwerden in verschiedene Kategorien ein, d.h. sie definieren eine psychische Störung je nach Art, Anzahl und Dauer der Beschwerden. In der Psychotraumatologie spricht man von Traumafolgestörungen. Die Folgen und Beschwerden, die nach einem traumatischen Ereignis auftreten können, sind unterschiedlich. Mit Beschwerden sind eine Reihe körperlicher und psychischer Reaktionen auf belastende Ereignisse gemeint. Das bedeutet, dass diese Ereignisse Spuren hinterlassen, die so schmerzhaft sind, dass man Mühe hat das Erlebte zu verarbeiten.
Psychische Probleme können sein: Angst oder Panik, sich Sorgen machen, Niedergeschlagenheit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, Ärger und Wut, Scham- und Schuldgefühle, Ekel und andere belastende Gefühle.

 

Körperliche Probleme können sein: Schmerzen, Erschöpfung, Schwindel, Verdauungsprobleme, Beschwerden im Bereich des Herzens, der Atmung sowie des Harn- oder Genitaltraktes.

 

Diese Symptome können z.B. durch Trigger ausgelöst werden. Mit Trigger sind Reize von außen gemeint, die eine Ähnlichkeit mit gewissen Bereichen des traumatisierenden Ereignisses haben. Sie können daher belastende Erinnerungen an das traumatisch Erlebte auslösen. Trigger können sein: Situationen, Personen oder Gegenstände, oder auch spezielle Geräusche, Gerüche und Empfindungen.

 

Folgende Störungen werden hier näher beschrieben:

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Für die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) sind folgende Kriterien wichtig:

 

Es gibt einen oder mehrere Auslöser für die Beschwerden (Symptome), die bereits mehrere Wochen anhalten. Die Beschwerden beeinträchtigen einen Menschen in wesentlichen Lebensbereichen (persönlich, Familie, Soziales, Ausbildung, Arbeit oder andere Bereiche).
Die PTBS kann nach Konfrontation mit einem extrem bedrohlichen Ereignis oder einer Reihe von Ereignissen auftreten. Das sind z.B. Unfälle, Erkrankungen oder Naturkatastrophen, aber auch Erfahrungen psychischer, körperlicher und sexueller Gewalt.

 

Die Beschwerden (Kernsymptome) zeigen sich bei den betroffenen Menschen in drei wesentlichen Bereichen:

 

Wiedererleben: Betroffene Menschen erleben in der Gegenwart eines oder mehrere traumatische Ereignisse wieder. Dies kann in Form von lebhaften unkontrollierbaren Erinnerungen (Intrusionen oder Flashbacks) oder Albträumen auftreten. Diese Erinnerungen sind meist verbunden mit starken, überwältigenden Gefühlen wie Angst oder Horror. Auch der Körper reagiert häufig stark. Diese Gefühle und Reaktionen können so stark sein, dass es den betroffenen Menschen so vorkommt, als wären sie wieder in der traumatisierenden Situation.

 

Vermeidung: Das Ereignis oder die Ereignisse waren so schrecklich, dass man versucht Gedanken und Erinnerungen daran zu vermeiden. Es kann auch dazu kommen, dass man Dinge nicht mehr tut (Aktivitäten vermeidet), Menschen oder Situationen vermeidet, die mit dem Ereignis oder den Ereignissen in Verbindung stehen.

 

Wahrnehmung erhöhter gegenwärtiger Gefahr: Betroffene Menschen reagieren auf Reize oder unerwartete Geräusche mit erhöhter Wachsamkeit oder sind vermehrt schreckhaft. Neben diesen Hauptproblembereichen können auch eine Vielzahl anderer Gefühle auftreten. Dazu zählen: Angst oder Panik, sich Sorgen machen, Niedergeschlagenheit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, Ärger und Wut, Scham- und Schuldgefühle, Ekel und andere belastende Gefühle.

 

Die Diagnose einer PTBS sollte ausschließlich von einer Fachperson erfolgen.

Komplexe posttraumatische Belastungsstoerung (kPTBS)

Für die Diagnose einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (kPTBS) sind folgende Kriterien wichtig:

 

Es gibt einen oder mehrere Auslöser für die Beschwerden (Symptome), die bereits mehrere Wochen anhalten. Die Beschwerden beeinträchtigen einen Menschen in wesentlichen Lebensbereichen (persönlich, Familie, Soziales, Ausbildung, Arbeit oder andere Bereiche).
Die kPTBS kann nach Konfrontation mit einem extrem bedrohlichen Ereignis oder einer Reihe von Ereignissen auftreten. Meistens sind dies längerdauernde oder wiederholte Ereignisse, bei denen Flucht schwierig oder unmöglich war (z.B. längerdauernde häusliche Gewalt, wiederholter sexueller oder körperlicher Kindsmissbrauch, Folter, Sklaverei).

 

Die Beschwerden (Kernsymptome), die bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) auftreten, sind auch hier vorhanden (Siehe Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)).

 

Zusätzlich tritt bei einer Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung folgendes auf:

 

Große Probleme die eigenen Gefühle zu kontrollieren (Probleme der Affektregulation). Betroffene haben Schwierigkeiten die Art, Stärke und Dauer dieser Gefühle (z.B. Wut oder Angst) zu beeinflussen.

 

Die Art und Weise wie man sich selbst wahrnimmt verändert sich grundsätzlich in eine negative Richtung: Betroffene fühlen sich häufig minderwertig, unterlegen oder wertlos. Verbunden damit treten tiefgreifende Gefühle von Scham, Schuld oder Versagen im Zusammenhang mit dem traumatischen Ereignis auf.

 

Die Beziehungen zu anderen Menschen verändern sich. Betroffene erleben andauernde Schwierigkeiten in wichtigen Beziehungen oder im Gefühl der Nähe zu Anderen.

 

Die Diagnose der kPTBS sollte ausschließlich von einer Fachperson erfolgen.

Dissoziative Identitätsstörung (DIS)

Menschen, die an einer dissoziativen Identitätsstörung (DIS) leiden, haben häufig schwere oder langandauernde (chronische) Traumatisierungen erlebt. Beispiel dafür sind körperliche, sexuelle oder emotionale (seelische) Gewalt.

 

Menschen, die an einer DIS leiden, verhalten und/oder erleben sich so, als gäbe es mehrere verschiedene Personen in ihnen. Betroffene sind im Alltag oft sehr belastet. Sie berichten oftmals über Erinnerungslücken im Alltag (Alltagsamnesien). Die Betroffenen erleben häufig, die Kontrolle über das eigene Denken, Fühlen, Erleben und Handeln zu verlieren. Das macht es oft auch in sozialen Beziehungen schwierig.

 

Das alles kann große Angst machen. Vielleicht schämen sich Betroffene auch, sind unsicher oder misstrauisch.

 

Die Diagnose der DIS sollte ausschließlich von einer Fachperson erfolgen.

Wann brauche ich professionelle Hilfe?

Belastende Ereignisse können oft Spuren hinterlassen, die so schmerzhaft sind, dass man nachvollziehbarer Weise Mühe hat das Erlebte zu verarbeiten und zu bewältigen.

Wenn Sie einen dieser Punkte mit „ja“ beantworten, kann es hilfreich sein, professionelle Hilfe zu suchen:

  • Mir ist vor längerer Zeit etwas Schreckliches passiert, das mich jetzt belastet.
  • Mir ist vor kurzem etwas Schreckliches passiert, das mich jetzt belastet.
  • Ich habe Schwierigkeiten, meinen Alltag zu bewältigen, seit mir etwas Schreckliches passiert ist.
  • Meine Beziehungen zu anderen Menschen haben sich verändert, seit mir etwas Schreckliches passiert ist.
  • Meine Beschwerden bestehen bereits seit mehreren Wochen.
  • Ich frage mich, ob ich eine Traumafolgestörung habe.
  • Ich frage mich, ob ich professionelle Hilfe oder Unterstützung brauche.
  • Ich frage mich, ob mein Kind eine Traumafolgestörung hat.
  • Ich frage mich, ob mein Kind professionelle Hilfe oder Unterstützung braucht.

In einem Gespräch mit dem/der qualifizierten Traumatherapeut:in lassen sich Fragen, Unsicherheiten, Beschwerden und Belastungen am besten besprechen. Sie selbst haben die Kontrolle darüber, worüber Sie in einer Therapie sprechen möchten und wann. Sie bestimmen auch das Tempo.

Hier finden Sie qualifizierte Traumatherapeut:innen: Traumatherapeut:innensuche

 

Information zur Ausbildung und Ausübung von Psychotherapie in Deutschland

Was Sie bei einer ambulanten Trauma fokussierten Psychotherapie berücksichtigen sollten - Empfehlungen für Betroffene

 

Die Suche nach einem Trauma-Therapieplatz ist oft langwierig und in vielen Fällen mit Wartezeiten verbunden. Trotzdem lohnt es sich, spezialisierte Therapeut:innen zu kontaktieren, da Studien zeigen, dass eine Therapie Sie dabei unterstützen kann, Ihre traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten und Ihr Wohlbefinden zu verbessern. 

Vor dem ersten persönlichen Kontakt

Für die Behandlung sind in erster Linie psychologische und ärztliche Psychotherapeut:innen zuständig. Der Begriff „Traumatherapie“ ist nicht geschützt. Es gibt zahlreiche Anbieter in diesem Bereich. Hierbei ist zu beachten, dass Therapeut:innen ohne Approbation nur in seltenen Ausnahmefällen über eine fundierte traumatherapeutische Ausbildung verfügen.

 

Ein/e Psychotherapeut:in ist im Grundberuf Ärzt:in oder Psycholog:in, hat eine Approbation sowie eine psychotherapeutische Weiterbildung, und sich in Traumatherapie theoretisch und praktisch weitergebildet. Eine Liste geeigneter Therapeut:innen findet sich z.B. auf der Homepage der DeGPT (https://www.degpt.de/hilfe-fuer-betroffene/therapeut-innen-in-ihrer-naehe-finden/).

 

Erkundigen Sie sich, ob Ihr/e Therapeut:in hinreichend Erfahrung mit der Behandlung traumatisierter Menschen hat. Er/Sie sollte einen Überblick über mögliche Symptome, Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten haben. Fragen Sie ganz selbstverständlich über welche Ausbildungen zur Behandlung Trauma spezifischer Belastungen er/sie verfügt. 

 

Für den Fall, dass Sie gesetzlich versichert sind, sollte der/die Therapeut:in eine Zulassung zur Abrechnung mit Krankenkassen haben. Falls Sie im Vorfeld bereits psychotherapeutisch behandelt wurden, ist es wichtig Informationen über die erneute Kostenübernahme und damit verbundene mögliche Schwierigkeiten einzuholen. 

 

Klären Sie auch vorab, ob die zeitlichen und örtlichen Bedingungen der Praxis für Sie geeignet sind (z.B. Erreichbarkeit, Barrierefreiheit, störungsarme Räume). Als privat Versicherte/r, wie auch als Kassenpatient:in können Sie eine/n Therapeut/in direkt ohne ärztliche Überweisung kontaktieren. Nehmen Sie Kontakt mit der Therapeut:in Ihrer Wahl auf und klären direkt die Zugangswege. Teilen Sie bei Ihrer Kontaktaufnahme am besten auch gleich mit, wenn Sie die Begleitung durch Sprachmittler oder Begleitpersonen Ihres Vertrauens benötigen.

Bei den Probesitzungen

In Deutschland gibt es für Kassenpatient:innen nach 2-6 (je 25 min) psychotherapeutischen Sprechstunden die Möglichkeit für bis zu 4 Probesitzungen, bevor Sie gemeinsam eine Psychotherapie beantragen. Im Zweifelsfall ist es vorteilhaft, Probesitzungen bei mehreren Therapeut:innen zu vereinbaren um einen Vergleich zu haben. In Deutschland haben Sie das Recht hierzu. In Österreich und der Schweiz muss dies individuell mit den Therapeut:innen besprochen und vereinbart werden. In dieser Phase verschaffen Sie sich gemeinsam einen Überblick über die gegenwärtigen Lebensbedingungen, Ihre bisherigen Lebenserfahrungen sowie die aktuell vorliegenden Symptome. Viele Therapeut:innen verwenden dazu Fragebögen oder führen ein standardisiertes Interview mit Ihnen durch. 

 

Sie dürfen erwarten, dass belastende Lebenserfahrungen in einer Weise besprochen werden, die Sie nicht überfordert. 

 

Innerhalb der Probesitzungen wird auch ein Therapieplan erstellt.  Ihr/e Therapeut:in spricht mit Ihnen über vorherige Diagnosen und seine/ihre aktuelle Einschätzung. Diagnostische Unklarheiten können offen und respektvoll besprochen werden.

 

Sollte Ihr/Ihre Therapeut:in einen Bericht an die Krankenkasse oder eine andere beteiligte Stelle schreiben, haben Sie das Recht diesen zu lesen.

 

Besprechen Sie, ob andere Therapien, Behandlungen oder begleitende soziale Unterstützungen für Sie hilfreich sein könnten, und ggf. welche Vorplanungen dafür erforderlich sind. Dies betrifft u.a. stationäre Maßnahmen oder Behandlungen durch den Hausärzt:innen, Fachärzt:innen, Physiotherapeut:nnen oder Ergotherapeut:nnen.

Legen Sie zusammen fest, wie die Kommunikation mit anderen Behandler:innen von statten gehen soll, damit es möglichst nicht zu Missverständnissen kommt. Ohne Ihr Einverständnis darf sich Ihr/Ihre Therapeut:n mit niemandem über die Behandlung austauschen oder Informationen über Sie weitergeben, es sei denn Sie gefährden sich oder andere.

 

Jede Psychotherapie, insbesondere aber eine Therapie, die das Ziel hat traumatische Belastungen zu reduzieren, ist sehr persönlich. Daher spielen die Person des/der Therapeut:in und ein gutes Vertrauensverhältnis eine zentrale Rolle. Insbesondere nach Gewalterfahrungen kann auch das Geschlecht oder das Alter des/der Therapeut:in relevant sein. Achten Sie darauf, ob Sie mit den Aussagen der/des Therapeut:n etwas anfangen können, alles verstehen, was gesagt wird und ob Sie sich vorstellen können, ein längerfristiges Arbeitsbündnis einzugehen. Prüfen Sie, ob Sie sich so sicher fühlen, dass Sie sich auch über sehr persönliche, emotional belastende Themen austauschen können. 

 

Es gehört zu einer professionellen Haltung, dass  Ihr/e Therapeut:in Ihnen Fragen zu Ihren gegenwärtigen und früheren Herausforderungen stellt und Ihre positiven Erfahrungen, Kraftquellen und Stärken würdigt sowie Vertrauen in Ihre Entwicklungsmöglichkeiten hat. 

 

Sie dürfen erwarten, dass der/die Therapeut:in für Ihre Anliegen Partei ergreift und mit Ihnen solidarisch ist. Das heißt jedoch nicht, dass er/sie allen Ihren Haltungen und Meinungen zustimmen muss. Weltanschauungen, Bedürfnisse, Wertungen und persönliche Lebensbedingungen der Therapeut:innen dürfen eine Psychotherapie nicht prägen. Sollten Sie das Gefühl haben, dass dies trotzdem der Fall ist, kann es Sinn machen, dies in einem Gespräch zu klären.

 

Psychotherapeut:innen müssen die ethischen Richtlinien ihrer Berufsordnung einhalten. Diese enthalten u.a. auch Regeln zur Gleichbehandlung von Menschen, sowie Regeln zu  Nähe und Distanz im therapeutischen Kontext. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang das Verbot von sexuellen und privaten Kontakten zwischen Patient:innen und ihren Therapeut:innen. Achten Sie bitte selbst darauf, dass es im Alltagsleben keine privaten oder sozialen Verflechtungen (z.B. Aktivität im selben Verein oder gemeinsam Freunde besuchen) mit dem/der Therapeut:in gibt. Diese könnten eine Psychotherapie behindern und sind deshalb während der Therapie untersagt. Nach der Beendigung Ihrer Psychotherapie sollten aufgrund der Asymmetrie, die mit der therapeutischen Beziehung verbunden ist, zu Ihrem Schutz private Kontakte mit dem/der Psychotherapeut:in für einen längeren Zeitraum (rechtlich bindend mindestens 1 Jahr) ausgeschlossen bleiben.

Im Verlauf der Therapie

Auch wenn sich meist kein fester Ablauf für die Therapie festlegen lässt, ist eine gewisse Vorausschau über die nächsten Schritte Ihrer Psychotherapie sehr vorteilhaft. Grundsätzlich orientiert sich die traumafokussierte Psychotherapie an drei Behandlungsphasen,die ineinander übergehen. Die erste Phase dient dazu das persönliche Gleichgewicht, innerlich und im Alltag zu verbessern. Sie wird Stabilisierungsphase genannt. Die zweite Phase dient der Bearbeitung traumatisch belastender Erinnerungen. In der dritten Phase werden die neu gewonnenen Perspektiven und Fähigkeiten so in das gegenwärtige Leben eingebaut, so dass ihnen eine positive Entwicklung ermöglicht wird. Während all dieser Schritte wird auf individuelle und aktuelle Bedürfnisse und die Bewältigung konkreter Schwierigkeiten im Alltag geachtet.

 

Sie sollten immer nachvollziehen können, was, wie und zu welchem Zweck Sie etwas in der Therapie gerade tun. Bei Unklarheiten haben Sie jederzeit das Recht, nachzufragen. 

 

Sie vereinbaren gemeinsam, was Sie zwischen den Sitzungen tun können, um die therapeutische Erfahrung zu vertiefen und im Alltag verfügbar zu machen.

 

Bereiten Sie sich in abgesprochener Weise auf die folgende Therapiesitzung vor.

Überlegen Sie gemeinsam, was Sie von einer Therapiesitzung schriftlich festhalten könnten, um den Überblick zu behalten und einen möglichst großen Nutzen zu ziehen. Sie achten gemeinsam darauf, dass Sie nach den Therapiesitzungen möglichst gut Ihren Alltagsaufgaben nachkommen können bzw. in schwierigen Phasen Unterstützung erhalten.

 

Es ist Aufgabe Ihrer Therapeut:in mit Ihnen gemeinsam in regelmäßigen Abständen Therapiefortschritte zu ermitteln und abzugleichen. In jeder Psychotherapie kann es zu Schwierigkeiten kommen, manchmal auch zu Missverständnissen und Spannungen mit dem/der Therapeut:in. Hier ist Klärung besonders wichtig. Sie haben das Recht, mit Ihrem/Ihrer Therapeut:in gemeinsam zu analysieren was zu der jeweiligen Zuspitzung geführt hat. Ein respektvoller Umgang miteinander ist dabei besonders wichtig. Ein plötzlicher Therapieabbruch kann Beeinträchtigungen verstärken und Ihnen schaden, daher ist es wichtig, dass Sie in schwierigen Situationen die Aussprache mit Ihrem/Ihrer Therapeut:in suchen. Wenn es gar nicht anders geht, haben Sie natürlich immer das Recht, die Therapie vorzeitig zu beenden und woanders neu zu starten. 

 

Jede Psychotherapie beinhaltet auch Risiken und Nebenwirkungen. Gerade in Trauma bewältigenden Therapien ist vorübergehend auch mit einer Zunahme von Beeinträchtigungen zu rechnen. Besprechen Sie mit Ihrem/Ihrer Therapeut:in, wie Sie gut auf diese Belastungszunahme reagieren können und was im Falle einer Krise zu tun ist. In einer kompetenten Therapie werden Ihnen Strategien vermittelt, mit Anstrengungen und Belastungen, die unvermeidlich sind, gut umgehen zu können.

 

Rechtzeitig vor Beendigung Ihrer Therapie wird Ihr/e Therapeut:in zusammen mit Ihnen darauf achten was hilfreich ist, um den Therapieerfolg zu sichern, ebenso darauf, was geplant werden sollte, wenn Beschwerden entgegen der Erwartung wieder zunehmen.

 
Homepage für Betroffene - Psychotherapie und ergänzende Behandlungen bei einer posttraumatischen Belastungsstörung

Bei tiefer gehendem Interesse können Sie hier nachlesen, ob es sich bei der Ihnen angebotenen Therapie um eine der offiziellen Leitlinie (https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/155-001) entsprechende traumafokussierte Therapie handelt und ob diese für Sie persönlich passend ist.

Traumafolgestörungen bei Kindern und Jungendlichen

Kinder, die von Traumafolgestörungen betroffen sind, benötigen besondere Unterstützung. Als traumatisch werden Ereignisse bezeichnen, die plötzlich auftreten, schockierend sind oder das Kind in Angst und Schrecken versetzen. Auch solche, bei denen es große Hilflosigkeit empfindet, körperlich oder in seiner Existenz bedroht wird (z.B. Kindesmissbrauch, Unfälle, Gewalt zu Hause, plötzlicher Verlust einer Bezugsperson).

 

Viele Kinder und Jugendliche erholen sich nach traumatischen Ereignissen wieder. Manche entwickeln länger anhaltende Beschwerden, wie z.B. Ängste, Schlafstörungen, Albträume oder Konzentrationsprobleme. Welche Beschwerden ein Kind zeigt, ist unterschiedlich. Einen Einfluss darauf hat z.B. das Alter oder der Entwicklungsstand. Auch welche Formen von Unterstützung von außen gegeben sind, haben ebenso einen Einfluss wie die Bewältigungsstrategien, die das Kind bereits erlernt hat.

 

Die Webseite und APP KidTrauma (kidtrauma.org) hilft traumatisierten Jugendlichen und Eltern traumatisierter Kinder herauszufinden, ob fachliche Unterstützung in Folge von kürzlich oder länger zurückliegenden traumatischen Ereignissen empfehlenswert ist und gibt Tipps zur Bewältigung.

 

Die Diagnose einer Traumafolgestörung bei Kindern und Jugendlichen sollte ausschließlich von einer Fachperson erfolgen. Es gibt Traumatherapeut:innen, die eine spezielle Ausbildung für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen haben.

Medien, Links und Infomaterial
für Betroffene

Informationsmaterial und weiterführende Hilfen

Hier finden Sie fachgerechte Erklärungen und Empfehlungen für Betroffene und Angehörige, die eine erste Orientierung bieten.

Informationsmaterialien in anderen Sprachen

Informationsmaterialien für Kinder, Jugendliche Eltern Erzieher:innen

Mehrsprachige Broschüre "Wie helfe ich meinem Traumatisierten Kind?"
 

Mehrsprachiges Buch für Kinder mit Fluchthintergrund "Wir haben etwas unglaublich Großes geschafft"
 

In der akuten Situation, Unterstützung während eines Bombenangriffs:

Nach der Krise, Kindern heilen helfen:

Altersentsprechende Traumareaktionen:

Psychoedukation und Emotionsregulation:

Mit Kindern über Krieg sprechen:

Informationsbrief an Familien, Eltern und Erzieher:innen: Krieg in der Ferne - Angst zu Hause
 

Bilderbuch für traumatisierte Flüchtlingskinder: auf Deutsch und Ukrainisch

Filme zum Thema

Filme zu Thema

Für Patient:innen und Angehörige ist es äußerst hilfreich, präzise Informationen zu Erkrankungen zu erhalten. Ein sinnvolles Medium, dieses Wissen gleichzeitig wissenschaftlich korrekt und doch laienverständlich aufbereitet zu vermitteln, ist der Film.

Die Elfriede-Dietrich-Stiftung und die DeGPT haben ein Filmprojekt realisiert. Diese Filme können Sie hier kostenlos ansehen und downloaden.